Innovationen im Betrieb

Innovationen im Betrieb

RRNA_53'-4erGruppe-im-GleisRailRunner® ist ein System des “Kombinierten Verkehrs”, bei welchem Straßenfahrzeuge (Sattelauflieger, Containerchassis, Fahrgestelle mit Wechselbehälter, usw.) anstelle von Waggons direkt mittels eines speziellen Schienendrehgestells an Lokomotiven oder Züge angehängt werden.

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Mega-Trailergestell

Drehgestell

Das RailRunner®-Drehgestell, ist eine Synthese aus bewährten und betriebserprobten Laufwerks- und Bremskomponenten europäischer und US-amerikanischer Schienen- und Straßenfahrzeugtechnologien.

Es ist ein Lärm-, verschleiß- und energieoptimiertes Güterwagendrehgestell unter Verwendung von bewährten Komponenten und Technologien aus dem Schienenpersonen- und Straßengüterfahrzeugen dazu gehören u.a. Scheibenbremsen, Luftfedern, Schwingungs- und Dämpfungselementen, gekoppelte Einzelachslaufwerke, elektrischer Steuerung der Bremse (Gleitschutzeinrichtung, automatische Bremsprobe) – unter Berücksichtigung der Minimierung der Gesamttransportkosten.

EU-Mitteldrehgestell

EU-Mitteldrehgestgell (IU)

Eine der wichtigsten Anforderung an einen innovativen Güterwagen ist die Lärmreduzierung. RailRunner® verwendet hier zwei neue Technologien und mehrere Komponenten

Artikulation

Das Prinzip ‚selbstlenkende‘ Achsen mit mechanischer Verbindung ist seit vielen Jahren bekannt. RailRunner® hat nun erstmals eine Selbstlenkung entwickelt ohne mechanische Unterstützung. Durch den freien Sinuslauf der Radsätze auf dem Gleis werden die Reibungskräfte zwischen Rad und Schiene, insbesondere in den Gleisbögen, reduziert und somit die dadurch verursachten Lärmfrequenzen.

RR_Draufsicht-Drehgestell

Draufsicht EU-Drehgestell

Stoßdämpfer

Die Selbstlenkung wird mit Stoßdämpfern kombiniert und harmonisiert, sodass die vertikalen Kräfte zwischen Drehgestell/ Ladung und Unterbau/ Schiene wie auch der Lärm zusätzlich reduziert werden.

Luftfederung

Eine weitere, erstmals bei Güterwagen-Drehgestellen angewandte Technologie, ist die Verwendung einer Luftfederung. Hiermit werden vergleichbare Vorteile der Ladungsschonung und Ladungssicherung wie im Gütertransport auf der Straße realisiert. Gleichzeitig tritt eine weitere Lärmreduzierung auf, da die erzeugten Lärmfrequenzen und möglichen Resonanzen nicht auf den Aufbau des Wagens übertragen und somit zusätzlich verstärkt werden. RailRunner® erwartet im Betrieb der neuen bimodalen Technologie einen Spitzenwert in der Lärmentwicklung von maximal 72dB und strebt in der weiteren Entwicklung der RailRunner®®-Technologie einen Spitzenwert von ≤70dB an.

US-amerikanisches Mitteldrehgestell

Die von der Poilitik geforderte Energieeffizienz wird durch folgende drei Maßnahmen und Technologien erreicht

1) Gewichtsreduktion

Da im bimodalen Güterwagen Straßenfahrzeuge die Funktion des Rahmens und des Aufbaus eines Eisenbahnwaggons übernehmen, reduziert sich das Gewicht einer Ladungseinheit bzw. eines Zuges je nach Typ des verwendeten Fahrzeugs. Eigengewicht des bimodalen Drehgestells und bimodalen Straßenfahrzeugs zusammen sind geringer als ein herkömmlicher intermodaler Bahnwagen oder eine Wagenhälfte plus Eigengewicht des verladenen Fahrzeugs.

2) Aerodynamik

Es wird die Einsparung von 3-5% der benötigten Traktionsenergie gegenüber der vergleichbaren konventionellen Technik mit Taschenwagen und Sattelauflieger erwartet. Die genauen Auswirkungen eines geringeren Windwiderstandes, durch geringere Abstände zwischen den Sattelaufliegern im Zugverband werden im Rahmen des Zulassungsprozesses ermittelt.

3) Selbstlenkung

Die durch die selbstlenkenden Achsen verringerten Rollwiderstände reduzieren den Energieaufwand während der Traktion.

EU-Enddrehgestell

RR-EU-Enddrehgestell(TU)

Eine weitere wichtige Anforderung an einen innovativen Güterwagen, in Ergänzung zu den vorgenannten Punkten, ist eine überzeugende Wirtschaftlichkeit.

Letztlich sind potentielle Nutzer bzw. Kunden neuer Technologien nur dann bereit diese zu nutzen, wenn die damit verbundenen Vorteile nicht zu einem wesentlichen Anstieg der Preise führen. Sondern bestenfalls die Vorteile zu wirtschaftlicheren Lösungen und Preissenkungen zur Folge haben. Mit den bimodalen innovativen Güterwagen von RailRunner wird dies realisiert.

  • Mehr Ladungseinheiten per Zuglänge
  • Gewichtsreduktion durch Wegfall von Totlast gegenüber konventioneller Güterwagen
  • Energiekosteneinsparung (erwartete Reduzierung 5 – 8%)
  • Steigerung Leistungsfähigkeit ohne Zusatzinvestionen u.a. in den europäischen TEN-T Korridoren
    • + 15-35% mehr Ladung bei gleicher Zuglänge und Zuggewicht
    • – 30% Verschleißreduktion an Schiene und Rad
      • = deutliche Reduzierung Unterhaltungsaufwand
      • = Minimierung Ausfallzeiten Wagenmaterial
      • = Minimierung Streckensperrungen
      • = Verbesserung Fahrplanstabilität
      • = Reduzierung Lärm/Schall
  • Reduzierung Handlingaufwand im Terminal bzw. beim Umschlag von Stückgütern
  • Kurzfristige Nutzung vorhandener Gleisinfrastruktur
  • Freimachung Ladegleis mit 10 t. Stapler und damit Vermeidung von Abstellentgelten für Infrastrukturnutzung
  • Abstellung Drehgestell auf Paletten /Regallager
  • Reduzierung Kosten operative Leerfahrten
  • Reduzierung Kosten Werkstattfahrten
  • Ladevorgang unter Fahrdraht möglich
  • Einfacher Spurwechsel z.B. zwischen Normalspur und Breitspur
  • Keine Notwendigkeit mehr für Bahnfähren, da der Schienentransport mit einem bimodalen Güterwagen im Hafen beginnt oder endet und das Segment Straßenfahrzeug auf eigenen Rädern von/auf das Schiff verbracht oder abgeholt wird.
  • RailRunner®-Drehgestelle sind mit Staplertaschen versehen zur einfachen Handhabung in Terminals und in Gleisanschlüssen. Dadurch kann ein neues Wartungs- und Instandhaltungskonzept verwirklicht werden, welches die Nutzung der Drehgestelle erhöht und gleichzeitig die Kosten senkt. Instandhaltung am Standort (‚Maintenance at Location‘) durch zugelassene Fachfirmen reduziert die Ausfallzeiten nahezu auf Null und standardisierte „rezeptartige“ Wartungsabläufe sparen Kosten auch bei neuen konventionellen Güterwagen. Der geringe Platzbedarf der Drehgestelle erlaubt die Verwendung kleiner Reparaturbetriebe, welche in unmittelbarer Nähe von Terminals oder Industriegleisen tätig sind.
  • Da bimodale Straßenfahrzeuge den überwiegenden Teil des Transportes auf der Schiene zurücklegen, reduzieren sich ihre Laufleistungen auf der Straße erheblich, wodurch die verschleißabhängigen Kosten (Reifen, Bremsen, usw.) und Wartungsaufwendungen gesenkt werden.
  • Das Segment Fahrwerk (Straßenfahrzeug) des bimodalen Güterwagens kann durch die kürzere Abschreibungszeit (7-12 Jahre) gegenüber dem reinen Schienenfahrzeug mit einer deutlich längeren Abschreibungszeit (25-30 Jahre) schneller auf veränderte Marktanforderungen (z.B. beim Transport von Getränken, Textilien, Lebensmitteln, sonstigen Handelswaren etc.) oder den zukünftigen Anforderungen der „City Logistik“ eingehen und so die Gesamtattraktivität des Schienentransportes sicherstellen.
  • Durch die Nutzungsfähigkeit vorhandener Gleisanschlüsse oder Rangierbahnhöfen (auch unter dem Fahrdraht) mit dem bimodalen Güterwagen als Umschlagpunkte kann eine Revitalisierung der regionalen Bündlung von Aufkommen durch Stärkung regionaler Kooperationen (z.B. durch Genossenschaften) erfolgen.

Das nachstehende Beispiel stellt die besonderen Vorteile im Effizienzvergleich und im wirtschaftlichen Vergleich und damit das Übertragungspotential dar:

Vergleich: 2 Ladungseinheiten –Mega-Trailern* mit 101m3 auf einem AAE Taschenwagen Sdggmrss TWIN (2LE) und RailRunner Sattelauflieger 2 LE.

RR-Vergleich_AAE-TWIN-Waggons