RailRunner® Basics

RailRunner® Basisinformationen

Da die Lärmquellen am ganzen Güterwagen zu finden sind, der Energieverbrauch mit dem Aufbau und den Verwendungszweck des Güterwagens im engen Zusammenhang steht, und auch der wirtschaftliche Einsatz des Güterwagens in einer Logistikkette sowie aus dem Aufwand für die Unterhaltung zu betrachten ist, haben Veränderungen am Güterwagen im Hinblick auf den Gesamtnutzen und die Nachhaltigkeit zu erfolgen.

Bei der Wandlung eines traditionellen Güterwagens hin zu dem innovativen bimodalen RailRunner® Güterwagen war daher darauf zu achten, dass neben der Lärmminderung und erhöhten Energieeffizienz auch die Marktakzeptanz und Wirtschaftlichkeit im Schienengüterverkehr gesteigert wird. Unser innovativer Güterwagen soll mit im Markt vorhandenen und zugänglichen Bauteilen beziehungsweise Komponenten und Bautechniken entwickelt werden und in einem Zeitfenster bis Ende 2020 zur Verfügung stehen.

RR_IUwith2connectChassis

Die Grundlage der Entwicklung eines innovativen Güterwagens durch RailRunner® ist der ganzheitliche Ansatz, der im Kern technologisch ist. In der Praxis ist die bimodale Technologie bereits in den USA eine bewährte Lösung und stellt eine konsequente Verbesserung der herkömmlichen Drehgestelle und der schienenkompatiblen Fahrzeuge dar. Dabei wurde der Fokus auf die technologische Entwicklung in der Verwendung der speziellen Leistungsstärken des LKW und der Schiene gelegt.

Der bimodale RailRunner® Güterwagen besteht daher aus den Segmenten Drehgestell, Sattelauflieger sowie Containerchassis, die mit den in den jeweiligen Märkten genutzten Aufbauten im Straßengüterverkehr zu einem neuartigen bimodalen Schiene-/ Straßenfahrzeug verschmelzen.

Mit “bimodal” ist der Einsatz von regulär verstärkten Sattelanhängern oder Straßentransportchassis gemeint, die mit herkömmlichen Zugmaschinen oder Tugmaster auf einfache, selbstführende Art horizontal mit den Drehgestellen verbunden werden. Schwere Hebeausrüstung (Kräne, Greifstapler, usw.) oder andere mechanische Mittel (Hubwagen, Hebebühnen, etc.) werden beim Zusammenstellen der Anhänger zu einem Zug und zu einer bahntauglichen Ladeeinheit auf der Schiene nicht benötigt.

RR-Trailer-200-blankDas RailRunner®-Drehgestell verwendet in seiner Grundkonstruktion herkömmliche Komponenten, womit eine hohe Übertragungsfähigkeit auch zur Verwendung in neu zu bauenden Güterwagen in konventioneller Bauweise mit festem Rahmen und Aufbauten ermöglich wird. Dies gilt insbesondere für die derzeit und in Zukunft im Schienengüter-verkehr mit hoher Nachfrage versehenen Schiebewandwagen (Gattungsbuchstabe H), Containertragwagen (S), Taschenwagen (S) und Flachwagen (K).

Coal-Trailer-blankoNach konstruktiver Anpassung insbesondere des Verbindungselements zwischen Drehgestell und Rahmen, kann die RailRunner®-Konstruktion auch einen vergleichbaren Nutzen für konventionelle Güterwagen in den Bereichen Lärmminderung, Energiebedarf und Verschleißreduzierung bieten. RailRunner® NA Inc., entwickelte Ende der 90er Jahre die dritte Generation bimodaler Fahrzeuge mit einer Technologie, welche als besonders innovativ und fortschrittlich gilt. Die von RailRunner® entwickelten Fahrzeuge sind seit 2008 in den USA im Einsatz. In Europa soll die 4. Generation zum Einsatz kommen.

Der von RailRunner® in den USA entwickelte und auf europäische Anforderungen zur Übertragung vorgesehene bimodale Güterwagen erfüllt alle Anforderungen der europäischen Verkehrspolitik und weist darüberhinausgehende Vorteile auf, welche sich in verbesserter Infrastrukturschonung, Einstieg in digitale Anwendungen im Gütertransport der Schiene und der Ressourcenschonung (Produkte und Infrastruktur) und somit niedrigere „Life Cycle Costs“ niederschlagen.

 

RR-LLC-ModellDie bimodale RailRunner®-Technologie  kann ohne wesentlichen Forschungs- und Entwicklungsaufwand kurzfristig und nach Zulassung im europäischen Schienengüterverkehr eine zusätzliche Lärmreduzierung über den ab dem Jahr 2020 gültigen Rechtsrahmen von mindestens 5dB hinaus erreichen. Einen Zugewinn an Energieeffizienz sowie eine deutliche Steigerung der Wirtschaftlichkeit des Schienengüterverkehrs und der damit einhergehende Attraktivitätszuwachs ist zusätzlich möglich. Gleichzeitig ermöglicht die entwickelte Gesamtkonzeption des innovativen bimodalen Güterwagens nach Zulassung sowohl eine Verlagerung von vorhandenem Schienengüterverkehr als auch eine Verlagerung vom Straßenverkehr in Europa, auch in Verbindungen unter 300 Kilometer, mittels der RailRunner®-Technologie auf die Schiene.

Das einzigartige “Terminal Anywhere™”-System von RailRunner® ermöglicht Spediteuren, die Wirtschaftlichkeit der Schiene mit der Flexibilität des LKW-Verkehrs zu kombinieren.

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Interoperabilität, Effizienz, Umweltschutz, Lärmverringerung und Co-Modalität sind grundlegende Ziele der Verkehrs- und Infrastrukturpolitik. Diese Ziele werden von der neuen Generation des innovativen bimodalen Straßen-Schienen-Systems von RailRunner unterstützt.

Wenn man Container vor allem im energieeffizienteren Bahnverkehr befördert, kann die RailRunner®-Technologie die Auswirkung von hohen Kraftstoffpreisen und deren Volatilität in der Transportkostenberechnung deutlich mildern und dabei gleichzeitig einen direkteren, kosteneffektiveren Zugang zum Container-Verkehrsnetz bieten, was Spediteuren neue Märkte eröffnet. Einfach ausgedrückt bedeutet dieses Konzept, dass eine Lok plus zwei Mann Besatzung mit einem Zug von 700 m Länge 48 Sattelaufliegern à 13,62 m bzw. 54 Chassis für 40′-Container, LKW-Zugmaschinen und Fahrer im Straßenfernverkehr ersetzen. Weniger Kraftstoffverbrauch führt natürlich zu geringerer Umweltverschmutzung, und die Verlagerung von der Straße auf die Schiene bedeutet weniger Verkehrsstaus und infrastrukturelle Beanspruchung der Straßen.

Bisher ist die RailRunner® “Terminal Anywhere™”-Technologie nur in Nordamerika zugelassen und eingesetzt worden. Das Produkt wurde von der American Association of Railroads (AAR) im Testzentrum (TTCI) in Pueblo, Colorado, vollständig getestet. RailRunner entspricht den AAR-M1001-Spezifikationen sowie weiteren relevanten AAR-Normen. RailRunner® wurde von der Federal Rail Administration (amerikanische Eisenbahnverwaltung) auf diversen US-amerikanischen Strecken (NS, UP, CSX, TCWR und NYSW) für den Betrieb zugelassen. RailRunner® wird auf einer Norfolk Southern-Kurzstrecke (eine amerikanische Class-1-Bahngesellschaft, womit die größten Gütertransporteisenbahnen bezeichnet werden) sowie auf der Twin Cities- und Western-Kurzstrecke eingesetzt; weitere Einsätze sind auf anderen Class-1-Bahnstrecken in den USA in Planung. Die Technologie war in den USA auf > 500.000 Betriebskilometer ohne jegliche Zwischenfälle im Einsatz.

RailRunner's European IU Bogie

RailRunners® europäischer IU Bogie